Segelboot

Segelboote haben verschiedene Eigenschaften, je nachdem auf welchen Gewässern und bei welchen Winden man in See stechen möchte, sollte man das passende Segelboot wählen. Das Segelschiff hat eine lange, traditionsreiche Geschichte hinter sich und entstand aus dem Drang der Menschen große Strecken zurückzulegen und Waren zu transportieren. Hier soll es um die Entstehung dieses Bootes sowie die Funktionsweise des Segels gehen.

Segelboot aus frühen Tagen auf dem Meer

Anfänge des Segelboots

Viele verorten den Ursprung des Segelns im alten Ägypten. Bereits 5000 Jahre v. Chr. sollen Segelboote existiert haben, denn bei archäologischen Ausgrabungen wurde auf einer Totenurne die Darstellung eines Schiffes mit Segeln gefunden. Von Ägypten aus soll sich die Nutzung des Segelboots über die Weltmeere verbreitet haben. Die Griechen waren es wohl, welche die Segelschiffe je nach Nutzung und Fortbewegung umbauten und ihnen damit ein unterschiedliches Aussehen verliehen – daraus sind bspw. Lastschiff und Galeere entstanden. Zu dieser Zeit befand sich die Technik des Segelns noch in seinen Anfängen und ein Segelboot war auch immer mit Rudern ausgestattet. Denn man konnte nur dorthin gelangen, wo der Wind das Boot hintrieb – ansonsten musste gerudert werden.

Abbildung: Idylle af dem Meer. © MadeleineEve – Fotolia.com

Seegelboote ab dem 19. Jahrhundert

Dem Segelboot kam jahrhundertelang eine große Bedeutung zu, denn es diente der Ernährung (Handel, Fischfang), der Kriegsführung sowie des Transports. Ende des 19. Jahrhunderts übernahmen maschinenbetriebene Schiffe die Hauptrolle auf den Weltmeeren. Heute wird ein Segelboot vielmehr für Wettkämpfe oder individuelle Weltumseglungen genutzt. Es gibt dabei allerlei Hightech-Ausstattungen sowie luxuriöse Yachten, mit denen man es lange auf den Weltmeeren aushalten kann. In der Kriegs- und Handelsmarine werden übrigens immer noch Segelschulschiffe zur Ausbildung genutzt.

Funktionsweisen des Segelboots

Anlegestellen für Segelboote bei Sonnenuntergang

Verschiedene Luftströmungen rund um das Segel spielen beim Antrieb eines Segelschiffes eine große Rolle. Dabei sind zwei Effekte von Bedeutung, die sich in der Praxis oft überlagern:

  1. Winddruck auf das Segel und
  2. Luftströmung um das Segel herum.

Ein Segel bremst dabei Luftmassen ab und der Luftstrom wird unterbrochen, mit großen und bauchigen Segeln kann dabei mehr Vortrieb erzeugt werden. Wichtig ist neben Auf- und Vortrieb auch noch die Querkraft, diese ergibt mit dem Vortrieb addiert die gesamte Kraft, welche auf den Schiffsrumpf einen Einfluss nimmt.

Abbildung: Anlegestellen für Boote. © maeva’s – Fotolia.com

Segeln mit Auftrieb

Beim Segeln mit Auftrieb kommt das Schiff trotz Gegenwind rasch voran. Dabei ist von einem hydrodynamischen Paradoxon die Rede, welches auch als „Bernoulli-Effekt“ bezeichnet wird. Bei Gegenwind wird der Luftstrom nicht unterbrochen, sondern entlang des Segels umgelenkt, auch hier kommt der beschriebene Effekt zum Tragen. Der Winddruck auf das Segel entsteht wenn der Wind auf das Segelboot von hinten auf Vorwindkurs oder von schräg hinten auf Raumwindkurs trifft. Den s. g. Trageflächeneffekt kann man sich mit einem dreieckigen Schratsegel zu Nutze machen. Die Strömung ist dabei mit den Tragflächen eines Flugzeugs zu vergleichen. Der Gegensatz zum Schratsegel ist das Rahsegel, mit diesem sind vor allem ältere Schiffe ausgestattet und können deswegen gegen den Wind kaum ankommen.

Das war nun nur ein kleiner Exkurs in die Funktionsweisen eines Segels, grundsätzlich sollte man für ein besseres Verständnis einen Segelkurs besuchen. Dort können die Strömungsverhältnisse ausführlich erläutert werden.