Gebrauchtboote

Egal ob Segelyacht, -boot, Katamaran, Motor- oder Speedboot – die Anschaffungspreise sind hoch. Deswegen entscheiden sich viele Käufer für Gebrauchtboote. Genauso wie bei dem Kauf eines Gebrauchtwagens, gibt es hier einiges zu beachten, um ein qualitativ hochwertiges Boot bei einem vertrauenswürdigen Verkäufer zu bekommen.

Hafen mit vielen Booten

Wo können Gebrauchtboote erworben werden?

Gebrauchtboote können über verschiedene Varianten erworben werden. Zum einen ist der Kauf von Privat möglich. Dabei empfiehlt es sich in Fachzeitschriften und Gebrauchtbootbörsen Ausschau zu halten. Es gibt aber auch Händler für Gebrauchtboote, dabei sollte es unbedingt ein qualifiziertes Unternehmen sein, welches beispielsweise im Branchenbuch auffindbar ist. Hier kann man sich z. B. an Werften richten. Wer sich nicht selbst auf die Suche machen möchte, kann ebenso einen Gebrauchtbootmakler engagieren. Im besten Fall besitzt dieser bereits gute Kontakte und kann hochwertige Boote zu günstigen Preisen vermitteln. Aber auch in dieser Branche gibt es schwarze Schafe, weshalb immer Vorsicht geboten ist.
Ebenso sollte beachtet werden, dass es in der Regel so ist, dass beim Kauf von Privat sowie bei der Vermittlung durch einen Makler keinerlei Gewährleistung gegeben ist. Händler für Gebrauchtboote gewähren in den meisten Fällen eine Garantie. Jedoch sollte es ein Großhändler sein, der nicht von einer Insolvenz bedroht ist.

Abbildung: Wer die Wahl hat, hat die Qual – Gebrauchtboote gibt es viele. © David Aubery – Fotolia.com

Qualitätskriterien

Ist man selbst mit dem Schiffswesen und der Technik nicht gut vertraut, empfiehlt es sich stets einen Boots- und Yachtsachverständigen beim Kauf hinzuzuziehen. Dieser kann mögliche Mängel bei der Besichtigung feststellen und einschätzen, ob der Verkaufspreis gerechtfertigt ist. Es gibt nun sogar vom ADAC einen Gebrauchtboot-Check. Dieser ist zwar kostenpflichtig, jedoch können dabei Zustand und Funktionen gebrauchter Sportboote und Yachten unabhängig sowie standardisiert festgestellt werden. Darüber hinaus werden gesetzliche und andere Dokumente bei diesem Check geprüft. Grundsätzlich sollte man beim Kauf eines gebrauchten Bootes auf den Hersteller, das Alter, die Lagerung des Bootes sowie mögliche Schäden achten.

Segeln auf dem Meer

Wichtige Bootsdokumente

Durch das Vorlegen verschiedener Dokumente durch den Verkäufer kann es vermieden werden ein gestohlenes Gebrauchtboot zu kaufen. Der Käufer sollte in Erfahrung bringen, ob das Boot registriert ist. Denn ab 3 PS oder 5,50 Meter Länge sind Boote auf Binnenwasserstraßen registrierpflichtig. Vom Verkäufer sollten demnach Papiere wie der Internationale Bootsschein vorhanden sein. Ebenso ein Herstellerzertifikat wird dem Eigentümer in der Regel vergeben. Weiterer, wichtiger Bestandteil der Bootsdokumente ist die EU-Konformitätserklärung (declaration of confirmity, kurz CE-Kennzeichnung). Diese Zertifizierung besitzen Boote, die nach dem 15. Juni 1998 hergestellt wurden und sie steht für einheitliche Sicherheitsstandards. Eine am Boot angebrachte CE-Plakette gibt Aufschluss, ob dieses Zertifikat vorhanden ist. Vorteilhaft ist es zudem eine Kopie der ursprünglichen Rechnung zu besitzen, falls eine Kontrolle durch die Finanzbehörde vorgenommen wird. Für Gebrauchtboote wird in jedem Fall ein Kaufvertrag aufgesetzt, in dem u. a. Registriernummer, Motornummer und Baunummer eingetragen werden müssen.

Abbildung: Den Traum vom Umsegeln der Welt erfüllen sich immer mehr Menschen. © Smile – Fotolia.com